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Changed Lives|Pastor's Blog
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„Warum sollte ich glauben, dass der Himmel wirklich existiert – und dass Gott Menschen in die Hölle schickt?“

Gefragt von Anonym · Beantwortet von Jürgen Justus

Das Thema Leben nach dem Tod beschäftigt die Menschheit seit jeher: Gibt es wirklich den Himmel? Droht uns gar eine Hölle? Oder ist alles nur religiöse Fantasie, der wir uns aus Angst oder Hoffnung hingeben?

Himmel und Hölle – nur Wunsch und Furcht oder echte Alternative?

Der Autor beginnt das Kapitel mit einer persönlichen Geschichte: Den Tod einer guten Freundin, deren Beisetzung nicht von schwerem Kummer geprägt war, sondern von einer Zuversicht, die christlichen Glauben ausmacht. Der Himmel war für sie kein bloßes Trostpflaster, sondern gewiss und real. Doch wie kann man so sicher sein?

Mittelberg gibt offen zu: Das Leben nach dem Tod ist nicht mit wissenschaftlichen Methoden messbar. Wer nach einer mathematischen Formel sucht, wird weder Himmel noch Hölle beweisen können. Trotzdem – und das macht seine Argumentation sympathisch – versucht er nicht, alles rational aufzulösen, sondern nimmt mehrere Indizien und Anhaltspunkte in den Blick.

Vier Gründe, Hoffnung auf die Ewigkeit zu haben

  1. Die universelle Ahnung:

Fast alle Kulturen kennen eine Vorstellung von einer Fortexistenz der Seele. Das legt nahe, dass in uns eine „Ahnung von Ewigkeit“ eingepflanzt ist.

  1. Nahtoderfahrungen:

Viele Menschen berichten von Licht, Frieden oder Begegnungen jenseits der Grenze des Todes. Nicht als Beweis, aber als Hinweis auf „mehr“.

  1. Die Sehnsucht nach Gerechtigkeit:

Was, wenn es einen Ort gibt, an dem Unrecht endgültig gesühnt und alles Leid ausgeglichen wird? Unsere Sehnsucht nach Gerechtigkeit spricht dafür.

  1. Unser „Nicht-zu-Hause-Gefühl“ auf Erden:

C. S. Lewis bringt es auf den Punkt: Ist der ständige Hunger nach mehr – nach Sinn, nach Heimat – nicht ein Fingerzeig, dass wir für eine andere Welt gemacht sind?

Das stärkste Argument: Jesus selbst spricht von Himmel und Hölle

Trotz aller Indizien und philosophischen Überlegungen – den Kern der christlichen Hoffnung sieht Mittelberg in der Person Jesu: Kein Religionsgründer spricht so deutlich von Himmel und Hölle; niemand kann so überzeugend für sich in Anspruch nehmen, göttliche Autorität und Erfahrung mit der jenseitigen Wirklichkeit zu besitzen wie Jesus Christus.

Seine Auferstehung, seine erfüllten Prophezeiungen, seine Wunder – viele Gründe sprechen für seine Glaubwürdigkeit. Und Jesus macht keinen Hehl daraus: Es gibt das Leben nach dem Tod, es gibt ewige Freude – und es gibt eine Hölle als ewige Gottesferne.

Doch schickt ein Gott der Liebe Menschen in die Hölle?

Mittelberg nimmt hier den Wind aus den Segeln so manchen Vorwurfes: Nicht Gott „schickt“ Menschen passiv in die Hölle. Vielmehr ist die ewige Trennung von Gott das Resultat einer freien, aber tragischen Entscheidung des Menschen gegen Gott. Gott wünscht sich, dass alle gerettet werden – aber er zwingt niemanden.

Einprägsam zitiert der Autor C. S. Lewis:

„Am Ende gibt es nur zwei Gruppen von Menschen: Die, die zu Gott sagen: „Dein Wille geschehe!“, und die, zu denen Gott sagt: „Dein Wille geschehe!“"

Wer in seinem Leben Gott ausklammert, entscheidet sich für eine Ewigkeit ohne ihn. Wer seine Einladung annimmt, kann Hoffnung auf den Himmel haben – aus Gnade, nicht aus eigener Leistung.

Was ist mit jenen, die nie vom Evangelium gehört haben?

Auch auf diese schwierige Frage gibt das Kapitel Antworten: Gott urteilt fair – jeder wird nach seinem Wissen und seiner Offenheit beurteilt. Wer ernsthaft sucht, dem verspricht Gott auch eine Antwort. Zudem zeigt sich: Heute hat das Evangelium weite Teile der Welt bereits erreicht.

Fazit: Himmel und Hölle – Einladung statt Drohung

Kapitel 9 lädt ein, den Blick zu weiten: Nicht als Drohbild, sondern als Angebot einer echten Hoffnung steht der Himmel im Zentrum des christlichen Glaubens. Und auch wenn das Thema Hölle unbequem ist – es ist vor allem ein Appell, Gottes Einladung nicht unbeantwortet zu lassen. Nicht Angst, sondern Gottes Liebe spricht aus Jesu Worten:

„Heute habe ich dir das Leben und das Gute vorgelegt […] so wähl das Leben!“ (vgl. 5. Mose 30,19)

Praktischer Tipp:

Das Kapitel ermutigt, auch im Gespräch mit skeptischen Freunden offen, ehrlich und vor allem einfühlsam zu bleiben. Am Ende steht die Einladung von Jesus selbst: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Johannes 11,25)

Fazit:

Kapitel 9 macht Mut, sich den Fragen des Jenseits zu stellen. Nicht mit Drohungen – sondern mit einem echten, begründeten Hoffnungsangebot, das einlädt, Gott neu zu vertrauen und das Leben im Licht der Ewigkeit zu gestalten.